Eine Schifffahrt, die ist lustig

„Aufwachen du Schlafmütze, das Schiff wartet nämlich nicht auf den müden Marty Schuster!“, lacht Mari und zieht mir die Decke weg.
Sofort bin ich hellwach: „Echt? Wir fahren mit dem Schiff?“ „Aber nur wenn wir es nicht verpassen! Anziehen, frühstücken, Zähne putzen – hopp, hopp!“, drängelt Mari.

Na, da werde ich der Mari mal zeigen, wie rasend schnell ich sein kann. Klamotten an, zack, zack! Frühstück 1-2-3 fertig. „Schling nicht so, Marty – das ist nicht gesund!“, mahnt Mari. Hei jei jei, soll ich mich jetzt beeilen oder nicht?! Mari weiß auch nicht was sie will.
Zähne putzen – ruckzuck erledigt. „Sind die auch sauber?“, fragt Mari ein bisschen ungläubig. „Aber klar doch, alles picobello.“, kläffe ich. Also dann nix wie raus aus dem Haus!“ Mari schließt das Zimmer ab.

Gerade als wir die Treppe runter sind, fällt Mari ein, dass sie die Sonnencreme vergessen hat. Schnell noch mal rauf ins Zimmer, Tür aufschließen, Sonnencreme wo bist du? Ah, da hast du dich versteckt! Also wenn wir jetzt das Schiff verpassen, ist das nicht meine Schuld. „Los Mari, jetzt leg mal ´nen Zahn zu!“

Im Hundsgalopp renne ich zur Anlegestelle. Hinter mir höre ich Mari schnaufen. „Ein bisschen langsamer bitte!“, keucht sie. „Das Schiff wartet nicht auf uns Mari! Hopp hopp!“

Als wir an der Anlegestelle ankommen, fährt das Schiff ein. Uli wartet bereits auf uns. „Ich dachte schon, ihr kommt gar nicht mehr.“, sagt sie. „Wir brauchen noch Fahrkarten“ presst Mari hervor. „Zwei mal Rundfahrt.“, bestellt sie bei der Dame am Schalter. „Ach, ist das ein süßes Hundi!“, meint die Dame. „Wie heißt es denn?“ „Das ist Marty Schuster“, höre ich Mari sagen. „Marty Schuster fährt umsonst.“, sagt die freundliche Dame und lächelt mich süß an. „Plappert nicht so viel!“, denke ich. Ich will endlich auf´s Schiff!

Sieht die Graf Zeppelin – so heißt das Schiff – nicht toll aus? „Weißt du Marty, wer Graf Zeppelin war?“, fragt Mari „Woher soll ich das denn wissen, Mari?“ „Also,“, erklärt sie, „Graf Zeppelin war ein deutscher württembergischer Graf, der die Luftschifffahrt gegründet hat und … “ „Mariiii, ich will aufs Schiff!!! Jetzt sofohhort!!!

Schiff ahoi – es gehts los! Ganz langsam entfernen wir uns vom Ufer. Ein paar Kinder winken mir zu. Ich winke zurück. Schiff fahren ist soooo schöööön!

Auf der Graf Zeppelin ist es richtig gemütlich. Außer uns sind noch viele andere Leute auf dem Schiff.
„Wir fahren jetzt nach Lindau.“, sagt Uli. Und dort essen wir ein Eis. „Gute Idee!“, kläffe ich. „Ich will ein Vanilleeis!“ „Na immerhin weiß der Marty genau, was er will.“, grinst Mari.
„Ich weiß auch, was ich will – ein Schokoladeneis.“, lacht Uli und schleckt sich über die Lippen.
„Na gut, dann nehme ich ein Erdbeereis. Oder doch lieber ein Himbeereis? Oder vielleicht ein Zitroneneis? Nein, ich glaube, ich muss es mir noch überlegen.“, lacht Mari und tippt sich an den Kopf. „Da brauchst du gar nix zu überlegen!“, brumme ich. „Nimm am besten alle drei Sorten!“ Mari macht ein Gesicht, als würde sie darüber nachdenken.

Das Schiff tuckert gleichmäßig vor sich hin. Davon werde ich ganz müde. Hinter meiner Sonnenbrille schließe ich kurz die Augen. Hey, wer kreischt denn da? Gehts auch ein bisschen leiser? Ich will ein Nickerchen machen! Aber das komische Geschrei wird immer lauter. Jetzt muss ich doch kurz blinzeln. Wer stört mich? Ha, es ist ein Vogel – ein frecher Vogel! Er fliegt neben unserem Schiff und macht ordentlich Radau.

„Komm, liebe Möwe komm!“, lockt Uli den Vogel. „Den Vogel nehmen wir aber nicht mit!“, knurre ich laut. „Warum denn nicht?“, fragt Uli. „Hast du etwa schon einen Vogel?“ Uli und Mari kichern. „Nein, ich hab´ keinen Vogel und ich will auch keinen Vogel!“, belle ich. „Der pickt mir bloß mein Eis weg.“ „Die Möwe ist zwar ein Allesfresser aber, wenn sie die Wahl hat, frisst sie bestimmt lieber frischen Fisch.“, meint Mari. „Deswegen leben Möwen in der Nähe vom Wasser. Diese Möwe hat ihr Zuhause am Bodensee.“ „Vielleicht mag sie dann ein Fischeis.“, überlege ich. „Ein Fischeis?!“ Mari verzieht das Gesicht. „Igitt!“ In dem Moment segelt die Möwe seitwärts davon. Ich glaube, sie hat auch keine Lust auf Fischeis.

„In Kürze legen wir in Lindau an.“, tönt eine Stimme aus dem Lautsprecher. „Guck mal Marty, siehst du den Turm? Der gehört zu Lindau.“, sagt Mari. „Steuermann Backbord – Eis in Sicht!“, kläffe ich. „Aber zuerst steigen wir noch auf den Turm!“, murmelt Mari. „Och nöö!“, jaule ich. „Es ist so heiß heute!“ „Wieso heiß? Da ziehen doch ein paar Wölkchen am Himmel vorüber. Die spenden Schatten.“ Mari guckt suchend zum Himmel hoch. „Aber die paar Wolken ändern nichts daran, dass es heute ganz schön warm ist.“, sagt Uli. „Und der Marty hat schließlich ein dickes Fell.“ „Na gut, dann heben wir uns den Turm fürs nächste Mal auf.“, gibt Mari nach.
Uff, da bin ich aber froh! Aber weißt du was? Ich glaube, die Mari hat auch keine richtige Lust um auf den Turm zu steigen. Sonst hätte sie nicht so schnell nachgegeben 😉

Jetzt aber her mit dem Eis! Guck mal, was ich für einen tollen Eisbecher habe. Der Eisbecher hat sogar einen Namen. Er heißt Kalter Engel 😀 „Das ist kein kalter Engel,“, sagt Mari „sondern ein Sanfter Engel.“ „Aber der Eisbecher ist doch ganz schön kalt.“, sage ich. „Das stimmt!“, sagt Mari. „Eigentlisch isch`s egal, wie er heischt, Hauptschache er schmeckt!“, nuschle ich und ziehe an meinem Strohhalm.

Sanfter Engel

Mindestens zwei Kugeln Vanilleeis (zwei Kugeln reichen, sagt Mari 😐 )
Orangensaft
Süße Sahne

Das Eis in ein Glas geben und mit Orangensaft auffüllen.
Obendrauf die geschlagene Sahne türmen.
Mit einer Orangenscheibe verzieren. Schmeckt aber auch ohne Deko 😉

Mjiamm – des isch so lecker!!!

Leider ist auch das beste Eis irgendwann aufgeschleckt!
Und auch der schönste Tag geht irgendwann zu Ende!
Und auch der schönste Urlaub ist irgendwann vorbei!

Bye Bye Bodensee

© Fotos: Marina Tomei

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