Katzkänatzken

„Wo steckst Du denn schon wieder Marty Schuster?“, ruft Mari. „Hier bin ich Mari?“, kläffe ich. „Ich sehe dich nirgends.“, Mari schaut überall herum. Guck doch mal nach ooooben, Mari!“, kläffe ich noch ein bisschen lauter. „Ha, was machst Du denn auf dem Baum Marty?“ „Ich schüttle ein bisschen an den Zweigen, damit die Kastanien herunterfallen.“, belle ich. „Aber Marty, das ist doch gar nicht nötig! Spürst du den kleinen frechen Wind? Der bläst die Katzkänatzken runter vom Baum. Und du komm auch runter vom Baum, bevor der Wind dich herunterpustet – fffffff!“ Okay, ich glaube Mari macht sich ein bisschen Sorgen um mich. Braucht sie aber nicht. Ich klettere mindesten so gut wie ein Eichhörnchen 🙂 Hey Mari, was hast du den gerade für ein komisches Wort gesagt???“ „Meinst Du die Katzkänatzken, Marty? So hat meine Oma die Kastanien genannt.“ Aha!“, kläffe ich. „Dann guck mal was für schön glänzende Katzinatzi-Kastanien hier im Gras liegen!“ 😉 Mari lacht. „Hier ist eine und da weht der Wind noch eine vom Baum.“ Mari zeigt mir, wo die Kastanien hingefallen sind. Schnell hinein mit ihnen in mein Säckchen! Die nehme ich alle mit … Und eine Katzinatzi ist für die Mari 🙂

„Uaaaa“, jaule ich. Mari kommt gleich erschrocken angelaufen. Sie guckt mich an und lacht dann laut heraus.
„Ha, ha, Volltreffer!“, gluckst sie. „Aber das tut doch bestimmt nicht sehr weh, oder?“ „Ist schon wieder gut Mari, ich bin bloß ein bisschen erschrocken.“

„Steht Dir gut, Marty Schuster! Ich kenne niemanden, der diesen Herbst Kastanien auf dem Haupt trägt – nur dich.“ „Hi hi, das ist die neuste Mode aus Schafhausen! Aber jetzt will ich wieder heim. Mir reichts für heute.“, kläffe ich. „Das Natzi-Katzi-Säckchen – äh – Matzi-Natzi-Katzi-Säckchen oder so ähnlich ist voll bis obenhin.“ „Dann machen wir uns jetzt auf den Heimweg.“, sagt Mari.

„Mariii, guck mal die Kastanie hat ein ganz schön stacheliges Häuschen!“ „Stimmt!“, sagt Mari. „Und in diesem stacheligen Häuschen sind sogar zwei Kastanien drin.“ „Tatsächlich – Zwillinge!“, staune ich. „Wenn du möchtest, darfst du einen Kastanienbaum pflanzen Marty!“, sagt Mari. „Au ja, sage ich, ich pflanze gleich eine Kastanienallee!“ „Für eine Allee reicht unser Garten leider nicht aus!“, meint Mari. „Schade!“, grummle ich.

„Komm, wir bereiten die Kastanie auf ihr Leben als Baum vor.“, sagt Mari und kruschtelt im Gartenschuppen herum. „Ich suche ein Gefäß für die Kastanie.“ „Fein, fein!“, belle ich.

„Aua, das Kastanienhäuschen pikst ganz schön! Vielleicht ist es mit dem Kaktus verwandt?“ „Nein, bestimmt nicht!“, sagt Mari. „Die Schale mit den Stacheln beschützt die Kastanie. Die Vögel sollen das Häuschen nicht aufpicken, bevor die Kastanie innen drin reif ist. Dann hat sie nämlich keine Chance, ein Baum zu werden. “ Ach so.“, kläffe ich. „Werden denn alle Kastanien ein Baum?“ „Nein Marty, nur ein paar wenige, die den Weg in die Erde finden. Aber viele werden von Tieren gefressen, sobald sie reif sind. Manche verrotten einfach. Oder sie werden von Kindern eingesammelt oder von dir.“ „Gut, dann pflanze ich die Zwillinge – vielleicht bekommen wir dann gleich zwei Kastanienbäume.“, kläffe ich.

„Okay Marty, jetzt legst du in das Gefäß etwas Watte hinein und dann leerst du ein bisschen Wasser dazu.“, Mari sagt mir ganz genau, was ich tun muss. „Prima, machst du das Marty!“ Jetzt legst du die Kastanien auf die Watte – so ist´s recht!“ „Und wann kommt die Erde dazu?“, frage ich.
Erst mal kommt noch keine Erde dazu. Die Kastanie soll zuerst Wurzeln ziehen. Erst wenn sie Wurzeln gezogen hat, pflanzen wir sie ein.“ „Hmm,“, überlege ich. „Wie lange dauert das? 10 Minuten vielleicht?“ „Tja Marty, ich habe ganz vergessen, dir zu sagen, dass du, wenn du eine Kastanie pflanzen möchtest, ein bisschen Geduld brauchst. Das Wurzelziehen kann mehrere Wochen dauern.“ „Oh je!“, winsele ich.

Mari guckt zufrieden auf die Zwillinge. Jetzt brauchen wir nur noch ein ruhiges Plätzchen für die beiden und dann warten wir mal ab, was passiert.“ „Pfff, jetzt müssen wir noch so lange warten!.“, maule ich. „Geduld, Geduld!“, säuselt Mari und sagt dann zu den Kastanien: „Los ihr Katzkänatzken-Zwillinge, beeilt euch ein bisschen!“ „Aber dalli, dalli!“, belle ich. „Wuff!“

Kategorien:Daheim, Herbst, Natur

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2 replies

  1. Wie schön 🙂 Ich glaube Mari, meine Kinder wollen bestimmt auch ein Katzi-Natzi wurzeln lassen, wenn sie die Geschichte von eurem Herbstspaziergang hören. Ich freue mich schon auf die Zungenbrecher-Varianten der Kinder 😀

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    • Hallo Manuela, dieses Jahr fallen die Kastanien fast so zahlreich wie Blätter von den Bäumen und ich kann ihnen einfach nicht widerstehen 🙂 Leider ist die Kastanienzeit schon bald wieder vorbei.

      Ich wünsche Dir und Deinen Kindern wunderschöne Herbsttage 🙂

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