Ab in den Topf

„So, jetzt haben wir lange genug gewartet!“, sagt Mari. „Jetzt ist es kurz vor Weihnachten und die Kastanien-Zwillinge haben immer noch keine einzige Wurzel gebildet. Wir stecken sie jetzt einfach in einen Blumentopf mit Erde und warten mal ab, was bis zum Frühling passiert. Vielleicht haben sie ja doch noch Lust, Wurzeln zu schlagen.“ „Schlagen? Kein Wunder haben die Wurzeln keine Lust aus den Kastanien herauszukommen, wenn sie dann gleich geschlagen werden.“, überlege ich entgeistert. „Nein, Schlappöhrchen, da hast du was falsch verstanden! Die Wurzeln werden nicht geschlagen,“, kichert Mari. „Wenn sich neue Wurzeln bilden, wird das auch als `Wurzeln schlagen´ bezeichnet. Du kannst auch `Wurzeln ziehen´ dazu sagen, wenn dir das besser gefällt.“ „Ach so,“, belle ich erleichtert. „Dann sollen sie am besten in der Erde Wurzeln schlagen. Wo sind die Blumentöpfe Mari?“ „Wir brauchen nur einen Topf, Marty. Die beiden dürfen zusammen in einem Topf wachsen.“ „Nein, jede Katzkänatzke braucht ihren eigenen Topf“, kläffe ich. „Die beiden sollen ein Wettrennen machen. Wer zuerst aus dem Topf rausguckt hat gewonnen! Vielleicht beeilen sie sich dann ein bisschen …“ „Einverstanden!“, sagt Mari und lacht. „Hier, zwei Töpfe. In jeden Topf darfst du eine Tonscherbe legen.“ „Warum?“, frage ich. „Fressen die Kastanien Tonscherben?“ „Aber nein Marty, natürlich nicht! Schau, jeder Topf hat unten ein kleines Loch. Manchmal passiert es, dass beim Gießen ein bisschen zu viel Wasser in den Topf kommt. Das Wasser, welches die Pflanze nicht benötigt, kann dann durch das Loch abfließen. Und die Tonscherbe lässt das Wasser noch ein bisschen leichter abfließen.“
Aber warum soll das Wasser denn abfließen? Das verstehe ich nicht!“, brummle ich. „Wenn die Pflanze zu lange im Wasser steht und es nicht abfließen kann, fängt sie an zu faulen.“, erklärt Mari. „Oh je, dann stirbt sie!“, winsle ich. „Stimmt!“, sagt Mari und drückt mir die Tonscherben in die Pfote.
„Jetzt füllst du den Topf zur Hälfte mit Erde. Dann legst du die Kastanien in ihr neues Zuhause hinein und bedeckst sie mit Erde bis der Topf voll ist.“

„Nicht so schnell Mari. Ich muss mich doch noch verabschieden! Tschüss Moni und Toni!“, kläffe ich. „Jetzt bekommt ihr noch ´nen Schluck Wasser und dann dürft ihr Wurzeln schlagen!“ „Moni und Toni?“, fragt Mari verdutzt. „Ja, so habe ich die beiden getauft.“, hüstle ich.  „Na gut, Moni und Toni,“,  säuselt Mari, „wir drücken euch jetzt ganz fest die Daumen und Pfoten, dass ihr zu großen, starken Kastanienbäumen heranwachst! „Toni wächst bestimmt schneller als Moni!“, behaupte ich. „Mo-niii, Mo-niii!“, feuert Mari die Kastanie an. „Sie wird siegen – wollen wir wetten?!“ Mari formt mit den Fingern das Zeichen für Sieg.  „Taaa, das werden wir noch sehen!“, belle ich. Und dann rufen wir wie aus einer Schnauze: „Auf Wiedersehen im Frühling nächstes Jahr – wuff!“

Wenn Du magst, kannst Du die Geschichte wie Marty zu den Katzkänatzken-Zwillingen kam, hier nachlesen: Katzkänatzken

5 replies

  1. Ja, so ein Kastanienleben ist gar nicht mal so schlecht, wenn sie nicht während ihrer Winterruhe vom Rehlein gefressen wird … 😉

    Danke, aber der Marty Schuster ist auch ein tolles Fotomodel – er hält immer so schön still 😀

    Liken

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